Somló

Inmitten der Weite der ungarischen Puszta erhebt sich der Somló – ein erloschener Vulkan, gekrönt von Burgruinen aus dem 11. Jahrhundert. An den Hängen des Somló gedeihen Weine mit jahrhundertealter Geschichte. Auch als Heilmittel wurden die Somlóer Weine geschätzt: In den traditionellen pannonischen Apotheken diente der Wein als Medizin – Vinum Somlaianum omni tempore sanum.

Aus dem Dornrösschen Schlaf erwacht

Im 18. Jahrhundert zählten die Weine zu den begehrtesten Elixieren der Habsburger. Maria Theresia und ihr Gemahl Franz Stephan sprachen dem ungarischen Weine besonders zu. Der Legende nach wurde den Prinzen auf kaiserlichen Befehl – zur zuverlässigen Zeugung männlicher Nachkommen – in ihrer Hochzeitsnacht ein Glas Somlóer eingeschenkt.

Naturparadies
Ganz oben im Kraterplateau, an den schroffen Klippen der Magma-Säulen, hat sich über Jahrtausende hinweg eine unberührte Landschaft entwickelt.
Seltene Schmetterlingsarten, Spinnen und Wildbienen bevölkern die vielfältige Pflanzenwelt. Auf dem Plateau meint man zu schweben, so nah ist der Himmel und so unendlich der Blick über die Weiten der Puszta.

Grofi Dülö
„Gräflicher Hang“ heißt unsere Lage in Somló. Imposante Lava-Säulen überragen die Weinberge und bilden eine Felswand, an der die warme Luft thermisch nach oben geleitet wird.
Durch die südliche Ausrichtung entlang der Berghänge ist das Mikroklima optimal – selbst an den nördlichen Hängen gedeihen die Weine vorzüglich.

Vulkanboden

Die vulkanische mineralreiche Erde ist ideal für die Reben. Der Basalt verwittert mit Löss und leichten Sandauflagen zu fruchtbarem Boden. Locker, luftdurchströmt und wärmespeichernd: die besten Voraussetzungen für Reben. Ihre Wurzeln dringen durch die kleinen Felspalten viele Meter tief ins Innere des Berges und nehmen die wertvollen Mineralien auf.

Das kleinste Weinbaugebiet Ungarns umfasst nur knapp 800 Hektar. Während ursprünglich die einzelnen Lagen und Hänge unter den Adelsgeschlechtern aufgeteilt waren, ist heute die Landschaft von vielen kleinen Parzellen für die bäuerliche Selbstversorgung geprägt.
Pittoreske Häuschen, Obstbäume, Sträucher und malerische Bauerngärten verschmelzen mit den Weinbergen.

Die traditionellen Rebsorten

Hárslevelü, die eine: hellgelb, feminin, leichtfüßig, mit feinen Fruchtaromen. „Die Lindenblättrige“: ihr betörender Lindenblütenduft gab ihr den Namen. Sie verstrahlt feine, sortentypische Mineralität und frische Säure. Die Trauben sind groß, lang und lockerbeerig und daher robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten.

Juhfark, die andere: feurig maskulin, in sattem Goldgelb: extravagant mit feinem Säurespiel. Zu Deutsch „Lämmerschweif“, verdankt er seinen Namen der länglichen, gebogenen Traubenform. Er zählt zu den edelsten ungarischen Weißweinen und wird auch „Wein des Thronfolgers“ genannt. Die Rebe ist sehr empfindlich und findet besonders am klimatisch begünstigten Somló-Berg optimale Lebensbedingungen vor.